Schutzengel

Der unsichtbare Begleiter

Es war einmal ein kleiner Junge namens Lian, der in einem lebhaften Dorf am Fuß eines grünen Hügels lebte. Lian war voller Energie und Neugier, und wo immer er hinging, schien ein stilles, goldenes Licht um ihn herumzutanzen. Doch niemand außer Lian konnte dieses Licht sehen.

Eines sonnigen Nachmittags spielte Lian mit seinem roten Ball neben der staubigen Dorfstraße. Seine Mutter, die gerade Wäsche aufhing, rief ihm zu: „Bleib in der Nähe, Lian!“ Aber der Ball hatte wohl seinen eigenen Kopf, wie es schien, und rollte plötzlich quer über die Straße. Ohne nachzudenken, lief Lian ihm hinterher.

Genau in diesem Moment kam ein großes Motorrad mit lautem Motorengeräusch in der Straße auf Lian zugefahren. Die Dorfbewohner, die das Ganze beobachteten, hielten den Atem an. Die Zeit schien stillzustehen.
Doch gerade, als das Motorrad Lian fast erreicht hatte, schien es, als würde ihn eine unsichtbare Hand sanft zur Seite schieben. Das Motorrad fuhr an ihm vorbei, ohne ihn auch nur zu berühren.

Lians Mutter, die ja ganz in der Nähe gestanden hatte, rannte sogleich zu ihm und umarmte ihn zitternd.
„Oh Lian, du hast einen Schutzengel!“, rief sie völlig aufgewühlt aus und drückte ihn fest an sich. Lian selbst, der noch gar nicht verstanden hatte, was da gerade mit ihm geschehen war, blickte nach oben und sah, wie ein goldenes Licht über ihm tanzte. Es war sein unsichtbarer Begleiter, von dem er schon immer gespürt hatte, dass er immer da war.

Später am gleichen Tag setzte sich König Valentinus in den Schatten einer alten Eiche im Dorf, um mit der Mutter und dem Kind zu sprechen.
Die Mutter erzählte ihm von dem Wunder und sagte: „Kinder haben wirklich einen Schutzengel, mein König. Ich habe es heute mit eigenen Augen gesehen.“
Valentinus lächelte sanft. „Vielleicht hat jedes Kind tatsächlich einen Engel, der es beschützt“, sagte er nachdenklich. „Aber manchmal sind diese Engel auch die Stimmen in den Herzen der Kinder, die sie vor Gefahren warnen. Oder die Liebe ihrer Eltern, die wie ein unsichtbarer Schild um sie liegt.“

Von diesem Tag an erzählte man sich im Dorf, dass König Valentinus die Gabe habe, Schutzengel sehen zu können. Und obwohl er selbst nie gesagt hatte, ob das tatsächlich wahr sei, brachte er den Menschen bei, auf das Licht in sich und in anderen zu vertrauen. „Denn“, so sagte er, „das größte Wunder ist nicht nur der Schutz von oben, sondern die Liebe, die wir uns hier auf der Erde einander schenken.“

Und Lian? Er spielte weiterhin mit seinem Ball, doch von diesem Tag an hörte er immer genau hin, wenn das goldene Licht in seinem Herzen flüsterte: „Sei achtsam, kleiner Freund.“

Die vergessenen Schutzengel

König Valentinus, der einst als Kind einfach die ganze Schöpfung zu seinen Schutzengeln auserkoren hatte, erzählte den Menschen in seinem Königreich oft seine eigene Geschichte.

Doch eines Tages fragte ihn ein junger Mann, der offensichtlich Zweifel in den Augen hatte: „Mein König, wie kann es sein, dass du die Welt voller Schutzengel siehst, während wir oft nur Gefahr und Einsamkeit erleben?
Liegt es vielleicht an uns?
Haben wir die Fähigkeit verloren, die Engel zu erkennen?“
Valentinus sah den Mann lange an. Dann lächelte er sanft und sagte:
„Vielleicht liegt es daran, dass wir verlernt haben, mit offenen Augen und Herzen zu sehen.
Als Kinder nahmen wir einst die Welt ohne Vorurteile wahr.
Ein Baum ist nicht einfach nur ein Baum, sondern ein Spielgefährte, ein Freund, der uns Schatten spendet und vieles mehr. Der Wind ist nicht nur Luft, sondern kann eine Stimme sein, die zu uns flüstert.

Doch mit der Zeit haben wir verlernt, diese Dinge zu sehen – weil wir glaubten zu wissen.
Deshalb begannen wir, allen möglichen Erscheinungen um uns herum rein vernunftgemäß betrachtet einen besonderen oder auch geringeren Wert beizumessen. Doch alles, was uns umgibt, hat eben nur die Bedeutung, die wir ihm geben.
Damit tun wir allen Urkräften Unrecht, ohne es zu bemerken und wundern uns dann, dass sie uns ihren Schutz nicht mehr geben können. Wir haben ihnen ihre von uns als wertlos beurteilte Natürlichkeit genommen, als hätte sie keine Bedeutung mehr für uns.“

Er lud den jungen Mann ein, mit ihm in den Schlossgarten zu gehen. Dort setzte sich Valentinus unter seine alte Eiche und sagte:
„Schließe deine Augen. Höre den Wind, fühle die Erde unter dir, spüre den Duft der Wiese und der Blumen. Sie sind alle da, um dir zu dienen, was auch eine Hilfe für dich bedeutet – doch du musst ihnen zuzuhören lernen.“
Der junge Mann tat, wie der König gesagt hatte, und plötzlich spürte er eine Wärme in seiner Brust, die er lange nicht mehr gefühlt hatte.
Er öffnete die Augen und sah den Garten nun mit ganz anderen Blicken. Die Eiche wirkte, als würde sie ihn sanft umarmen, die Vögel schienen für ihn zu singen, und selbst die kleinen Blumen am Wegesrand schienen ihm zuzuwinken.

„Ich sehe es, mein König“, flüsterte der junge Mann. „Sie sind wirklich da. Aber warum habe ich sie so lange nicht bemerkt?“
„Weil wir Menschen uns oft in unserer Angst und Hektik verlieren“, erklärte Valentinus.
„Wir denken, wir müssen alles allein schaffen glauben auch fest, dass niemand uns hilft.
Doch die Wahrheit ist: Die ganze Schöpfung steht bereit, uns zu unterstützen – wenn wir sie nur lassen. Wenn wir aufhören, gegen sie zu sein, sie einfach das sein lassen, was sie ist und wenn wir beginnen, ihr zu vertrauen.“

An diesem Tag begann der junge Mann zu leben, wie es ihm Valentinus erklärt hatte. Er sprach mit den Bäumen, dankte dem Regen und hörte auf die vielen Zeichen, die die Welt um ihn herum zu bieten hatte. Und bald bemerkte er, dass das Leben weniger beängstigend war, als er bisher gedacht hatte. Es war, als hätten sich unzählige Helfer um ihn geschart – Schutzengel, die tatsächlich schon immer da gewesen waren.

Valentinus lehrte die Menschen, dass uns die Fülle der Welt stets begleitet.
Doch er betonte auch: „Es liegt an uns, die Augen zu öffnen und diese Fülle zu erkennen. Unsere Schutzengel sind da – nicht, um uns die Arbeit abzunehmen, sondern um uns zu stärken, den richtigen Weg zu finden.“

Und so lebten die Menschen in seinem Königreich von diesem Tag an mit mehr Vertrauen und viel weniger Angst.
Sie erkannten, dass sie niemals wirklich allein waren und dass die ganze Schöpfung ihr Verbündeter war.

Die Engel hinter dem Schleier

Valentinus, der kluge König, saß eines Abends am Feuer und sprach zu einer kleinen Gruppe von Menschen, die zu ihm gekommen waren, um seine Geschichten zu hören.
„Ihr wisst“, begann er, „die Welt ist voller Engel, die uns helfen wollen. Doch warum sehen wir sie so selten?
Warum nehmen wir ihre warnenden Hinweise und ihre Unterstützung nicht an?“

Die Menschen blickten ihn erwartungsvoll an und Valentinus fuhr fort:
„Es ist unser Verstand, der uns daran hindert. Er glaubt, alles zu wissen und alles besser zu verstehen als die Natur. Und doch bringt sie Wunder hervor.
In seinem Bedürfnis, alles zu beurteilen, stellt sich unser Verstand zwischen uns und die bestehende Wahrheit in der Natur. Er will sehen, was er sehen will und nicht, was wirklich um ihn herum geschieht.“

Valentinus erzählte eine Geschichte:
„Stellt euch vor, ihr geht durch einen Wald. Die Bäume stehen da, hoch und majestätisch, ihre Äste strecken sich wie Arme aus, bereit, euch Schutz zu bieten.
Der Wind flüstert euch Warnungen zu, wenn ein Sturm naht, und die Vögel singen Lieder, die euch den Weg weisen oder euch vor drohender Gefahr warnen wollen. Doch anstatt hinzuhören, sagt uns unser Verstand:
‚Das ist nur ein Baum, der Wind ist nur Luft und die Vögel singen für sich, nicht für mich.‘
Und so hört ihr die Botschaften nicht, die überall um euch herum erklingen.
Alle sogenannten „primitiven Urvölker“ hören noch heute auf die Natur, erkennen ihre mannigfaltigen Zeichen und Muster, ansonsten würden sie keinen Tag im Urwald überleben.
Dort dient immer noch jedes Lebewesen dem anderen, um in der Gesamtheit zu überleben.“

Ein alter Mann in der Runde fragte: „Aber warum tut der Verstand das, mein König? Warum will er uns von diesen Helfern trennen?“
Valentinus lächelte verständnisvoll.
„Weil er Angst hat abhängig zu sein. Der Verstand der Erwachsenen fürchtet das Unbekannte, das nicht Messbare.
Er denkt, er müsse auf alles eine Antwort parat haben, dann erst wäre er klug. Ein ‚Ich weiß es nicht‘ bringt er kaum über die Lippen.
Deshalb will er die Kontrolle über alles haben, was er sieht, und genau diese Kontrolle gibt ihm dann ein Gefühl von Sicherheit.
Doch in Wahrheit führt ihn diese Haltung in die Einsamkeit. Der Mensch wird getrennt von einer lebendigen Verbindung zur Schöpfung und fühlt sich folglich umso mehr allein.“

Eine Frau fragte: „Wie können wir den Verstand überwinden und die Engel hinter den Erscheinungen sehen?“
Der König dachte einen Moment nach, dann sprach er:
„Ihr müsst den Verstand nicht überwinden oder bekämpfen! Ladet ihn ein, einfach einmal still zu werden.
Wenn ihr aufhört, ständig alles in der Natur bewerten zu wollen, dann werdet ihr erkennen, die Natur bewertet euch nicht.
Sie lässt euch alle Kinder ein und derselben Schöpfung sein.
Öffnet einfach wieder euer Herz.

Mit einem offenen Herzen werdet ihr die Welt immer wieder neu und anders sehen.
Euer Wissen wird einem Staunen über alles Schöne weichen. Staunen geschieht still und in ehrfurchtvoller Betrachtung.
Euer Herz wird froh wie das unbeschwerte Kind in dir.
Plötzlich ist der Baum nicht mehr nur ein Baum, sondern ein Wesen voller Weisheit. Der Wind ist nicht mehr nur Luft, sondern ein sanfter Führer. Alles um euch herum wird lebendig und freundlich.“

Er machte eine Pause und fügte hinzu: „Es ist, als würdet ihr einen Schleier lüften.
Die Engel waren nie verschwunden – ihr habt nur aufgehört, sie zu sehen, weil ihr nicht mehr an sie glaubt.“

Die Menschen waren still und nachdenklich. Schließlich sagte ein junger Mann: „Vielleicht haben wir zu viel mit unserem Kopf und zu wenig mit unserem Herzen gelebt.“
Valentinus konnte ihm nicht widersprechen und nickte.
„Das Herz ist der Schlüssel. Glaube daran, dass die Schöpfung dir dienen und helfen will. Vertraue darauf, dass alles, was dir begegnet – ob Baum, Tier oder Mensch – eine Botschaft für dich in sich trägt.
Wenn du dieses Vertrauen in dir wachsen lässt, wirst du bemerken, dass du niemals allein bist. Warte nicht immer nur, bis die Natur zu dir spricht, sondern beginne du mit ihr zu sprechen.“

In dieser Nacht gingen die Menschen mit neuen Gedanken nach Hause. Sie beschlossen, die Welt mit weniger Vorurteilen und wieder mehr mit Offenheit zu betrachten. Nach und nach begannen sie, wieder die Engel hinter den Erscheinungen zu erkennen. Sie erkannten, dass sogar ihre eigenen ungetrübten Gedanken ihre Schutzengel sein konnten, die nicht irgendwelches Unheil herbeizuführen suchten, sondern stattdessen die Freude an der Schöpfung mit sich bringen würden.

Botschaft des Märchens

Valentinus will uns zeigen, dass uns die gesamte Schöpfung dienen möchte – nicht aus Unterwürfigkeit, sondern aus Liebe und Verbundenheit.
Doch wenn unser Verstand ständig analysiert und bewertet, trennen wir uns selbst von dieser  großen Wahrheit.

Wenn wir lernen, still zu werden und mit dem Herzen zu sehen, öffnet sich ein neues Bewusstsein. Wir erkennen, dass alles in der Welt miteinander verbunden ist und dass wir in dieser Verbundenheit immer beschützt und getragen werden.

Nicht zu vergessen: jeder von uns kann für den anderen ein Schutzengel sein. Mit einem frohen Wort, einem anerkennenden Blick oder einem respektvollen Gruß, der keine bloße Höflichkeit darstellt, sondern dem eigenen Herzen entspringt.

Lernen macht Spaß

König Valentinus saß an jenem sonnigen Mittag auf der uralten, an all ihren Ecken sorgsam abgerundeten Holzbank, die einst kunstvoll um den alten Dorfbrunnen gebaut worden war.
Dieser Brunnen barg das magische Geheimnis, eine bedeutsame Tiefe in die Gespräche derer bringen zu können, die sich dort einander anvertrauten.
Die alte Bank, die bereits seit Jahrhunderten von unzähligen Menschen genutzt wurde, war an vielen Stellen wie glatt poliert – ein Zeugnis, dass hier schon viele Menschen gesessen und Gespräche geführt hatten. Freud und Leid waren über die Jahre miteinander geteilt worden, immer im Vertrauen darauf, dass ein offenes Ohr und ein verständnisvolles Herz ganz nahe waren.

Valentinus liebte diesen Ort, denn er wusste, dass die Geschichten, die hier erzählt wurden, die wahre Essenz des Lebens widerspiegelten. Gerade, als er die wohltuende Kühle am Brunnen genoss, setzten sich ihm der Bub Michael und das Mädchen Lena gegenüber. Sie sahen neugierig aus – mit eben jenem kindlichen Drang, sich mitzuteilen, der ihm stets ein Lächeln auf die Lippen zauberte.

Der Junge begann zu klagen: „In der Schule geht alles viel zu schnell. Ich komm‘ kaum noch mit! Der Lehrer hat mich in die letzte Bank gesetzt, weil ich die Aufgaben nicht so schnell lösen kann wie die anderen.“
Valentinus nickte nachdenklich. „Und wie fühlst du dich dort, in der letzten Bank?“, fragte er sanft.
„Einsam“, gab Michael zu. „Ich mag nicht mehr hingehen. Es ist, als ob ich gar nicht dazugehören würde!“

Das Mädchen Lena lachte leise und sagte: „Mir gefällt die Schule! Ich darf ganz vorne sitzen, direkt vor dem Katheder des Lehrers.
Ich höre und sehe alles, was der Herr Lehrer so sagt und macht. Ich habe so richtig Spaß!“
Der Junge sah sie ein wenig neidisch an, doch Valentinus hob die Hand, um die Balance zwischen den Beiden im Gespräch wiederherzustellen. „Lena“, fragte er mit einem warmen Lächeln, „was macht dir am meisten Freude beim Lernen?“
„Ich mag es, wenn der Lehrer uns Geschichten erzählt und erklärt, wie die Dinge funktionieren. Es ist, als ob ich eine neue Welt entdecken würde“, antwortete sie strahlend.

Valentinus wandte sich wieder dem Jungen zu. „Weißt du“, begann er, „manchmal ist es gar nicht schlecht, in der hintersten Bank zu sitzen.
Von dort aus siehst du Dinge, die die anderen vielleicht übersehen. Du hast den Überblick. Und das, was dir schwerfällt, kann mit der Zeit eine Stärke werden, wenn du Geduld mit dir selbst hast.“
Der Junge zog die Stirn kraus. „Aber wie soll ich etwas lernen, wenn ich immer hinten sein muss?“
„Vielleicht nicht durch Schnelligkeit, sondern durch Tiefe“, sagte Valentinus.
„Manchmal braucht es mehr Zeit, um etwas wirklich zu verstehen, aber dafür bleibt es dir für immer. Schau, jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus, genau wie bei einem Tanz. Manche tanzen schnell, andere langsam. Wichtig ist, dass du deinen eigenen Schritt und dein eigenes Tempo findest.“

Das Mädchen schaute Michael mitfühlend an. „Vielleicht können wir ja zusammen üben? Dann macht es mehr Spaß“, schlug sie vor.
Valentinus lächelte still. Die Kinder hatten die Antwort bereits in sich gefunden – sie mussten nur daran erinnert werden.

Und so blieb er noch eine Weile sitzen, lauschte ihren Plänen und ließ die Magie des Brunnens wirken, an dem seit jeher unzählige Geschichten zusammenflossen wie Wasser, das nie versiegt.

Valentinus lächelte die beiden Kinder warm an, bevor er sich erhob. „Bevor ich gehe, möchte ich euch noch etwas mitgeben – ein kleines Geschenk.
Es ist nur ein Wort, das viele Menschen fürchten, das aber in Wahrheit ein wahrer Schatz ist: es ist das Wort Fehler.“
Die Kinder sahen ihn überrascht an. Lena fragte: „Fehler? Aber Fehler sind doch etwas Schlechtes, oder nicht?“
Valentinus schüttelte den Kopf. „Ganz und gar nicht.
Ein Fehler bedeutet nur, dass dir etwas fehlt.
Und genau das ist das Geschenk: Dieses Fehlen weckt in dir die Neugier und den Ansporn, zu suchen, zu lernen und schließlich zu finden. Jeder Fehler zeigt dir, wo du noch wachsen kannst, wo es noch mehr zu entdecken gibt.“
Michael runzelte die Stirn. „Also ist ein Fehler eigentlich wie ein Hinweis? So wie ein Schild auf einem Weg, das sagt: ‚Hier geht‘s weiter‛?“
„Ganz genau!“, rief Valentinus begeistert. „Ein Fehler ist kein Ende, sondern ein Anfang. Wenn du das erkennst, wirst du nie wieder Angst vor Fehlern haben. Stattdessen wirst du Fehler wie kleine Wegweiser sehen, die dir helfen, deinen eigenen Weg zu finden.
Ein Arzt fragt ja auch den Patienten: was fehlt dir?“

Lena nickte nachdenklich. „Das heißt also, wenn ich das nächste Mal einen Fehler mache, sollte ich nicht traurig sein, sondern mich fragen: ‚Was kann ich daraus lernen‛?“
„Ja genau, Lena“, sagte Valentinus mit einem Lächeln.
„Und weißt du, was passiert, wenn du so denkst?
Jeder Fehler wird zu einem Teil deiner Geschichte, zu einem Schritt auf deinem Weg. Und am Ende wirst du erkennen, dass dir eigentlich nichts wirklich fehlt – du hast alles, was du brauchst, in dir.“

Michael hob den Kopf und sagte leise: „Dann werde ich ab sofort keine Angst mehr vor der letzten Bank haben. Vielleicht ist das mein erster Schritt, etwas Neues zu entdecken.“
Valentinus legte ihm die Hand auf die Schulter und sah ihn voller Zuversicht an.
„Das ist ein weiser Entschluss, mein Junge. Denk daran: Es ist nicht die Position, die zählt, sondern das, was du daraus machst.“

Valentinus nahm seinen Gehstock, drehte sich noch einmal zu den Kindern um. „Ich habe mich gefreut, euch besser kennenzulernen.
Ihr habt mir heute gezeigt, dass das Leben niemals aufhört, uns etwas zu lehren. Und vergesst nicht:
Fehler sind Geschenke, sie helfen uns, die Schätze in uns selbst zu finden.“

Mit diesen Worten wandte sich Valentinus dem Weg zu, der zurück zu seinem Schloss führte. Die Kinder blieben eine Weile still am Brunnen sitzen, nachdenklich und doch voller neuer Hoffnung. Lena lächelte schließlich und sagte: „Ich glaube, ich mag Fehler jetzt ein bisschen mehr.“ Michael nickte im vollen Einverständnis.
„Vielleicht können wir zusammen suchen und lernen – und dabei unsere eigenen Schätze finden.“

Valentinus war schon einige Schritte gegangen und fragte, ob er ihnen noch ein weiteres Wort ans Herz legen dürfe. Die beiden Kinder lächelten, und so begann er über das englische Wort „to learn“ zu erzählen.

„Wisst ihr, was Wort ‚learn‛ bedeutet? Ja, ‚lernen‛, aber es enthält noch ein weiteres gewaltiges Geheimnis.
Wenn ihr die Buchstaben genauer betrachtet, entdeckt ihr etwas Besonderes. Lasst uns das Wort einmal auseinandernehmen.“
Er schrieb mit einem Stock das Wort ‚LEARN‛ in den Sand. „Der erste Buchstabe, das L, steht für Liebe an dem, was wir tun.
Wenn du mit Liebe lernst, öffnen sich dein Geist und dein Herz. Das Lernen wird leicht und geschieht voller Freude.“

Dann zeigte er auf die verbleibenden Buchstaben. „Und was bleibt vom Geschenk noch immer übrig, wenn wir das L entfernen?“
Lena antwortete eifrig: „E-A-R-N! Das heißt ja dann ‚verdienen‛!“
„Richtig!“, sagte Valentinus begeistert.

„Wenn du mit Liebe lernst, erarbeitest du dir mehr als nur Wissen. Du verdienst Erfahrung, Freude und die Fähigkeit, das Gelernte in deinem Leben anzuwenden. Lernen mit Liebe bringt dir also einen doppelten Gewinn.“

Michael fragte neugierig: „Und was bedeutet das E am Anfang von ‚EARN‛?“
Valentinus nickte. „Das E steht für ‚experience‛ – Erfahrung.
Denn wahres Lernen geschieht nicht nur in Büchern oder durch Zuhören. Es ergibt sich durch das Leben selbst. Jede Erfahrung, jede Begegnung ist eine Gelegenheit, etwas zu lernen und zu wachsen. Mit wachsen meine ich, dass unser Bewusstsein sich erweitert.“

Er hielt kurz inne und fügte hinzu: „Wenn wir lernen, nicht nur mit dem Kopf, sondern vielmehr mit dem Herzen und aus unseren Erfahrungen, dann gewinnen wir etwas, das uns niemand mehr nehmen kann. Und wenn wir das Gelernte weitergeben, wird dieser Gewinn immer größer – für uns und für andere.“

Lena überlegte kurz und sagte dann: „Also bedeutet ‚learn‛, dass man nicht nur für sich selbst lernt, sondern auch, um damit anderen zu helfen?“
Valentinus war stolz auf Lena und das, was sie soeben gesagt hatte. „Ja, Lena. Genau das ist die wahre Bedeutung des Lernens. Es geht nicht nur darum, etwas zu wissen, sondern darum, etwas zu sein – für dich selbst und für die Welt. Und wenn du das verstehst, wird jedes Lernen zu einem Geschenk, das du immer wieder neu auspacken kannst.“

Die beiden Kinder nickten, sichtlich beeindruckt von dieser simplen, aber tiefen Wahrheit, die ihnen Valentinus anhand von einfachen Beispielen erklärt hatte.

Er verteilte mit seinen Schuhen Sand über das Geschriebene und die Worte waren wieder verschwunden.
Dann meinte Valentinus: „Ihr werdet andere Worte finden, die ebenso euer Interesse wecken werden.“
Er klopfte den Sand von seinem Stiefel und sagte abschließend: „Denkt daran: Lernen mit Liebe bringt euch das größte Geschenk des Lebens – die Freude zu wachsen und Andere mit eurem Wissen zu bereichern.“

Und so endete dieser Tag für alle Beteiligten mit unzähligen Geschenken, die schon immer da gewesen waren, jedoch nur nicht gesehen werden konnten.

So lebten die Gedanken von Valentinus weiter in den Herzen der Kinder, wie lebende Samen, die irgendwann ihre schönsten Blüten tragen würden.

Alchemie – ein magisches Geheimnis

Das Märchen von den Furchtlosen Herzen

Es war einmal ein kleines Dorf am Fuße eines großen Berges. In diesem Dorf lebte eine Gruppe besonderer Menschen, die die anderen Dorfbewohner „Die Furchtlosen Herzen“ nannten. Sie waren anders als die meisten Menschen, denn sie hatten keine Angst vor dem Tod. Ihr Leben war erfüllt von einer tiefen Suche nach etwas Unsichtbarem und Kostbarem – dem Licht der Wahrheit.

Eines Tages saß ein kleiner Junge namens Luis mit seinem Großvater unter dem alten Baum vor seinem Elternhaus. Luis hatte viel über die Furchtlosen Herzen gehört, die sich regelmäßig im alten Schlossturm bei König Valentinus trafen und oftmals intensive, geheimnisvolle Gespräche über die menschlichen Gedanken führten, dann wiederum stundenlang in tiefes Schweigen verfielen. Luis war neugierig. „Großvater“, fragte er, „warum nennt man diese geheimnisvollen Menschen die Furchtlosen Herzen? Was macht sie so besonders?“

Der Großvater lächelte und begann zu erzählen: „Die Furchtlosen Herzen sind Menschen, die fest daran glauben, dass in jedem von uns ein besonderes Licht lebt. Es ist unsichtbar, aber es ist das, was uns wirklich lebendig macht.

Dieses Licht ist stärker als unser Körper, stärker sogar als der Tod. Deshalb haben sie keine Angst davor, irgendwann, wenn ihre Zeit gekommen ist, ihren Körper zu verlieren – denn sie wissen, dass ihr Licht niemals erlischt.“
„Aber wie finden sie dieses Licht?“, fragte  Luis neugierig.
„Das ist nicht leicht“, sagte der Großvater. „Sie verbringen viele Stunden ihres Lebens damit, nach innen zu schauen und zu lauschen.
Sie folgen nicht nur ihren Gedanken oder ihren Augen, sondern hören auf ihr Herz. Manchmal müssen sie schwere Entscheidungen treffen, um ihrem Licht treu zu bleiben.  Das macht sie so mutig.“

Luis dachte eine Weile nach.
„Haben sie nie Angst?Nicht einmal ein bisschen?“
Der Großvater lächelte. „Natürlich haben sie auch Angst. Aber sie lassen sich davon nicht aufhalten. Sie wissen, dass ihre Angst nur eine Prüfung ist, die sie stärker macht. Und wenn sie ihr Licht finden, werden sie mutiger und friedlicher als man sich vorstellen kann.“

Eines Tages, als  Luis im Dorf spazieren ging, traf er einen dieser Furchtlosen Herzen. Es war ein alter Mann mit einem sanften Lächeln und klaren Augen, die tief in Luis’ Seele zu blicken schienen.

Luis fasste all seinen Mut zusammen und fragte:
„Warum, guter Mann, habt ihr keine Angst vor dem Tod?“
Der Mann antwortete mit einer ruhigen Stimme:
„Weil der Tod nicht das Ende ist, junger Freund.
Er ist nur ein Tor, durch das wir gehen, um noch näher bei unserem Licht zu sein. Solange ich mein Licht in mir spüre, weiß ich, dass ich niemals wirklich verloren bin.“
„Und wie fühlt sich dieses Licht an?“, fragte Luis leise.
Der Mann lächelte. „Es fühlt sich an wie Liebe. Es ist warm und stark, und es verbindet uns mit allem, was lebt – mit den Bäumen, den Sternen und sogar mit dir.“

Luis spürte eine seltsame Ruhe in seinem Herzen, als er diesen Worten lauschte. Von diesem Tag an wollte er selbst herausfinden, ob auch in ihm ein solches Licht brannte. Er begann, leise in sich hineinzuhorchen, besonders abends, wenn die Sterne am Himmel funkelten.

Am nächsten tag traf er den alten Mann wieder und fragte :
„Was ist Alchemie und was machen Alchemisten so Geheimnisvolles?“

Der alte Mann antwortete: „Wir nennen es Alchemie – eine alte Kunst, die die Menschen seit langer Zeit fasziniert. Alchemisten versuchen, irgendetwas, das sie und auch alle anderen Menschen haben, in etwas noch Wertvolleres zu verwandeln. Das kann beispielsweise ein Stück giftiges Blei sein, das sie glauben in Gold verwandeln zu können.
Doch ihre gewählten Worte sind nur symbolisch für tiefergehende Geheimnisse. Es kann sogar ihr eigenes Herz sein, das sie zum Leuchten bringen wollen, wie Gold. Sie glauben, das das Besondere an ihnen ist.
Sie glauben fest daran, dass wir uns selbst besser, stärker und weiser machen können, wenn wir lernen, wie wir mit unseren Gedanken und Gefühlen umgehen können …

Das Blei ist symbolisch für unsere Gedanken, die uns so sehr belasten und unser Gemüt und unsere gute Laune vergiften können.
Es wird aber buchstäblich nur dann zu Gold, wenn wir unsere Gedanken überprüfen und sie in erfreuliche Gedanken verwandeln.
Das ist dann die Kunst und das Geheimnis von Alchemie, die wir betreiben, Luis.“

„Was ist an der Alchemie wichtig?“, wollte  Luis nun genau wissen.
„Die Alchemie sagt uns: Alles hat die Möglichkeit, sich zu verwandeln. So wie ein Samen zu einem großen Baum wachsen kann, können auch wir wachsen.

Vielleicht fühlst du dich manchmal klein oder unsicher, aber die Alchemie zeigt, dass in dir ein Schatz steckt, den du entdecken kannst.
Stell dir vor, du hast eine Schatzkiste, die leer aussieht, aber wenn du genau hinschaust, findest du darin alles, was du brauchst, um etwas Wundervolles zu erschaffen. Genau das ist Alchemie – eine alte Kunst, die die Menschen seit langer Zeit fasziniert.

Ein einfaches Beispiel:
Stell dir vor, du hast einen alten Stein gefunden. Auf den ersten Blick sieht er langweilig aus. Aber wenn du ihn polierst, wird er glänzen und wunderschön sein.
Das Gleiche kannst du mit deinen Gedanken und Gefühlen tun.

Wenn du aus traurigen oder schwierigen Momenten etwas lernst, machst du sie zu einem Teil deines inneren Schatzes – wie ein Alchemist, der aus einem einfachen Stein etwas Wertvolles macht.

Einfachheit drückt sich aus und wird edel, wenn wir erkennen, dass alles Eins ist und miteinander verbunden.

Die Alchemie der Herzen fügte der alte Mann noch hinzu:
Die wahre Alchemie, das wissen alle Alchemisten, passiert in unseren Herzen. Wenn du zum Beispiel wütend bist und diese Wut in Verständnis oder Freundlichkeit verwandelst, bist du eine junger Alchemist .

Du machst aus etwas Schwerem etwas Goldenes, Leuchtendes und Helles, das leichter zu tragen ist als etwas Dunkles. Das ist dir doch klar, oder nicht?

So leuchten die Furchtlosen Herzen seit jeher wie Sterne am Himmel, die niemals verglühen. Und ihre Geschichten, ihre Liebe und ihr Mut leben für immer weiter in den Herzen derer, die ihnen begegnen.“

„Aber was ist das wunderbare und Schöne an der Alchemie?“, wollte Luis noch wissen.
„Das Geheimnis der Alchemie“, sagte der alte Mann mit geduldiger Stimme, „ist, dass sie uns zeigt, dass nichts in unserem Leben umsonst ist. Selbst schwierige Zeiten oder Fehler können uns helfen, zu wachsen und stärker zu werden. Es ist, als ob alles – wirklich alles – einen Zauber in sich trägt, wenn wir bereit sind, ihn zu entdecken.

Die ersten Alchemisten dachten, dass sie aus ganz gewöhnlichen Dingen wie Blei Gold machen könnten, doch sie hatten die alten Schriften ihrer Vorfahren falsch interpretiert, also völlig missverstanden .
Aber weißt du was? Es ging nicht darum, Gold zu erschaffen.
Es war mehr wie ein Zauber und die Kraft des universellen Bewusstseins, der die Welt und auch die Menschen selbst verwandeln sollte.

Also, kleiner Alchemist, erinnere dich: Die Magie der Alchemie liegt in dir.

Du kannst die Welt um dich herum und auch dich selbst immer ein bisschen schöner machen – Schritt für Schritt, wie ein echter Zauberer.“

ENDE GUT, ALLES GUT

Katz und Maus / Felix und Mickey

Die wahre Geschichte trug sich auf einem Bauernhof zu.

Eine schwarzweiß gefleckte Katzenmutter brachte sechs Katzenbabys zur Welt. Wie üblich verbrachten die Katzenbabys die ersten drei Wochen ganz nahe bei Ihrer Mutter. Die Muttermilch machte sie stark und kräftig.

Es war ein kleiner Kater unter den Katzenbabys, er hatte den schönen Namen Felix von den Kindern am Bauernhof erhalten, war aber besonders schnell herangewachsen, schneller als seine fünf Geschwister. Felix war ein aufgeweckter, junger Kater und sehr neugierig. Er entfernte sich eines Tages unbemerkt von seiner Mutter. Das Katzennest war oben auf dem Dachboden.

Zuerst krabbelte er aus seinem Katzennest, purzelte ein paar Holztreppen hinunter und landete schließlich auf dem staubigen Lehmboden. Der Weg nach oben war zu beschwerlich. Deshalb machte er sich voller Tatendrang im Innenhof des Bauernhofes auf den Weg, um seine Freiheit zu erleben.

Es schüttelte sich kurz den Staub ab und spazierte geradezu in die Nähe des großen Misthaufens, der groß und mächtig den Innenhof des Bauernhofes für sich beanspruchte. Dort war reges Treiben zu sehen.

Viele Hühner vom Hahn bis zur Henne mit ihren goldigen Küken. Hahn und Hennen kratzten fleißig den Mist zur Seite und fanden immer wieder etwas Nahrhaftes. DIE JUNGEN KÜKEN SAHEN IHRER MUTTERHENNE ZU UND TATEN DAS GLEICHE.

ES sind die gleichen Hühner, die irgendwann als paniertes Hendl den Weg auf den BÄUERLICHEN Esstisch finden. So ist es eben auf einem Bauernhof. Dort wird weniger geredet, aber mehr verstanden und deshalb umso mehr gehandelt. Alle Bewohner auf dem Bauernhof tun das, wofür sie auf der Welt sind. Da gibts keine unnötigen Diskussion. Jedes Lebewesen kümmert sich selbst um seine Nahrung.

Vor dem Misthaufen hatte sich eine riesige und übelriechende Jauchegrube gebildet.

Jede Henne und ihre Küken waren vorsichtig, um nicht dort hineinzufallen. Denn ein Entrinnen aus der Jauchengrube war bekannterweise sehr schwierig. Dieses Wissen hatten die Hühner wie auch die kleinen Katzen bereits „in ihren Genen“ abgespeichert. Deshalb war höchste Vorsicht geboten.

Die Neugierde des kleinen Katers Felix aber war größer und stärker als die Angst vor der Jauchegrube. Langsam und vorsichtig tastete er sich an den Rand der Jauchegrube heran und konnte zum ersten Mal in seinem Katzenleben den stechenden Geruch der Jauche in seiner feinen Nase spüren.

Plötzlich vernahm er ein leises, aber wehmütiges Quietschen in seinen Ohren. Diese Geräusch war ihm zwar neu, aber nicht fremd. Als Katze hatte er ja eine genetische Veranlagung und altes Wissen von seinen Vorfahren vererbt bekommen. So schlich er sich vorsichtig bis an den Rand der Jauchengrube. Jetzt konnte Felix ETWAS LEBENDIGES in der Jauche strampeln sehen. Und plötzlich rührte sich nichts mehr. Was es sein könnte, davon hatte er noch keine Ahnung. Er hatte das sichere Gefühl, hier kämpft ein Lebewesen um sein Leben in der dunkelbraunen, jämmerlich riechenden Jauchensuppe.

Da muss Hilfe geleistet werden! Das war der erste und richtige Gedanke.

Kurz entschlossen streckte Felix seinen elastischen Katerkörper, machte sich ganz lang und streckte seine rechte Pfote dem lebenden ETWAS entgegen. Doch seine Hilfe wurde nicht angenommen. Jetzt streckte er seine Pfote mit ausgestreckten Krallen aus, um das ihm noch unbekannte Lebewesen zu erfassen.

Er hatte Glück und einige seiner spitzen Katzenkrallen erfassten das unbeweglich in der Jauche schwimmende Lebewesen. Er zog es ans rettende Ufer. Mit viel Gefühl und großer Behutsamkeit angelte er es aus der Jauche auf den sicheren Erdboden.

FELIX hatte so ein Lebewesen vorher noch niemals gesehen. Er war ja erst knapp sechs Wochen alt und hatte außer seiner Mutter, seinen Katzengeschwistern und den Hühnern auf dem Misthaufen bisher keine Begegnung mit anderen Lebewesen gehabt. Er wusste nichts vom irdischen Leben. Er hatte noch keine Gelegenheit gehabt besondere Erfahrungen sammeln zu können.

Instinktiv leckte er mit seiner Zunge das kleine, gerettete Geschöpf sauber. Den üblen Jauchegeschmack nahm er gar nicht wahr. Zu sehr war er damit beschäftigt, ein lebloses Wesen wieder zum Leben zu erwecken.

Selbst der üble Jauchengeruch hielt ihn nicht davon ab, sein begonnenes Werk erfolgreich zu beenden.

Für uns wissende Menschen wurde mehr und mehr ein kleines Mäusebaby erkennbar. Aber für Felix war es einfach nur ein Lebewesen, das er vor dem sicheren Tod gerettet hatte und jetzt dafür Verantwortung verspürte.

Aber wie – und warum war das Mäuschen in die Jauchengrube gefallen? Ja, es war kurz zuvor ebenfalls aus seinem Mäusenest gekrabbelt. Neugierig wie Felix und wollte es auch die große weite Welt erkunden. Auf der Flucht vor seiner Katzenmama war es in die Jauchegrube gestürzt und drohte dort zu verenden.

Doch Felix, unserem mutigen und freundlichen Lebensretter, war bis zu diesem Augenblick auch noch keine Maus als oberste Katzendelikatesse begegnet. Er lebte und ernährte sich seit seiner Geburt nur von Muttermilch. Von Mäusespezialitäten hatte Felixnoch keinen blassen Schimmer. Seine geschmackliche Genusswelt war auf die warme Muttermilch begrenzt.

Das Allerschönste an dieser wahren und rührenden Geschichte aber war:

Das Mäuschen war nach der Reinigungsmethode von Felix wie frisch gebadet, so sehr hatte er es liebevoll gesäubert. Er tat das, was bereits seine Katzenmama täglich bei ihm machte. Daran erinnerte sich Felix ganz genau. Er tat nur das, was er konnte. Ja, oftmals reicht schon das wenige, was wir Menschen können, um Gutes zu tun und Schreckliches zu verhindern.

Plötzlich schlug die kleine Maus ihre Augen auf und blickte auf das Gesicht von Felix. Auch sie hatte vorher noch nie eine lebendige Katze gesehen und lächelte Felix dankbar ins Gesicht. Felix war ihr Lebensretter und nicht ihr mordlustiger Jäger.

Die beiden Tierbabys verband ab diesem Augenblick eine tiefe und innige Freundschaft.

Felix nannte seine Mausfreundin intuitiv und liebevoll Mickey.

Mickey liebte Körner und alles andere, was es für sie zu essen gab. Felix lernte von Mickey diese Art der Ernährung zu schätzen und jagte keine Mäuse. Er hatte den Geschmack von Mäusen niemals kennen gelernt und hatte kein Verlangen danach. Ja, hier beweist sich eben, was Kinder von ihren Eltern lernen, ist eine Sache und was sie selbst vom Leben lernen, ist eben eine ganz andere. Felix nahm einiges in Kauf. Er wurde von seinen Katzengeschwistern wegen seiner Freundschaft zu Micky ausgelacht und als Weichei bezeichnet, er wurde auch gemobbt. Die unendliche Liebe und das Vertrauen von Mickey machten ihn überglücklich. Felix war, obwohl er schon ein zwölf Wochen alter Kater war, nicht so aggressiv wie seine Geschwister – er war ein Katzenkind, das fühlte er. Er lernte zu verstehen, dass er eine besonders bewusste Katze war. Warum?

Er konnte als geborene Katze das Leben seiner Freundin Mickey verstehen und respektieren. Ein wunderbares Gefühl machte ihn stolz und dankbar zugleich.

Manche Menschen bewunderten Felix wegen seines Verhaltens gegenüber der viel schwächeren und kleineren Mickey. Es gab herzenswarme Menschen, die nahmen Felix als Vorbild. Sie wollten ebenfalls den schwächeren und kleineren Mitmenschen diese Liebe und dieses Vertrauen entgegenbringen.

Deswegen ergab es sich im Laufe vieler Jahre, dass sich Menschen eine Katze ins Haus holen, damit sie immer wieder an die Liebesgeschichte von Felix und Mickey erinnert wurden.

Kluge Menschen begannen sogar ein gut ausgewogenes Katzenfutter herzustellen. Sie gaben diesem besonderen Katzenfutter den schönen Namen Felix. Und wenn du genau hinsiehst, leben Felix und Mickey noch immer. Süße, flauschige, kleine kuschelige Mäuschen sind beliebte Kuscheltiere für kleine Kinder. Beide, Felix und Mickey, sind unsterblich.

Sie leben unter uns, leben irgendwo in Frieden und Vertrautheit miteinander. Jeder erwachsene Mensch und jedes Kind sollte einen Katze wie Felix haben …

Erwähnenswert

Felix ist ein wunderbares Beispiel. ER hat auf seine Weise erlebt, dass er aus einem Kreislauf aussteigen konnte, in dem der Bann und der Zwang der Evolutionsgeschichte und der „angeborenen Reize ZU TÖTEN, UM ZU ÜBERLEBEN“ als unumstößliche Regel galt. Er hatte das Glück diese Instinkte (beim Menschen wird es als Gewohnheit und als Glaubenssatz bezeichnet) schon in seiner Kindheit zu überwinden.

Anmerkungen

Eine Erklärung für medizinisch interessierte Erwachsene

Das Mäusebaby Mickey lag schon einige Minuten im Koma, bevor es von Felix aus der Jauche geholt wurde. Dadurch hatte es viele Erinnerungen aus seiner genetischen Veranlagung verloren.
Z. B.: Den angeborenen Instinkt, besonders die Angst vor Katzen und sie als Todfeinde zu sehen waren wie ausgelöscht, wie abgestorben. Wie das gesehen konnte, weiß der liebe Gott …, ich weiß es leider nicht. Denn sonst würde ich anregen, dass alle Menschen kurzzeitig in ein so heilendes Koma fallen sollten, dass sie dadurch ihre lebensfeindlichen Erbsünden und Gewohnheiten, aber auch Ängste und Aggressionen verlieren könnten, um sie ebenso als unnötig angesehenen Überlebenstrieb zu verlieren.

Die Devise LEBEN UND LEBEN LASSEN ist wohl nur ein wunderbarer Wunsch für einen Träumer, wie ich einer bin … Mickey hatte keine Erinnerungen an vorherige Mäuseleben. Sie hatte keine Angst vor ihrem Todfeind, der Katze… Die Kette der Erinnerungen als Evolutionsgeschichte wurde durch das Koma völlig ausgelöscht.

Damit wurde im Vergleich zum Menschen der Verstand (auch als Instinkt oder tierischer Reiz bezeichnet) ausgelöscht. Jegliche Erinnerung, egal mit welcher gefühlsmäßigen Anreicherung – positiv oder negativ – wurden ausgelöscht.

FAZIT:

Wie das medizinisch zu erklären ist, interessiert mich selbst am meisten.

Nach meinen „Nah-am-Leben-Erfahrungen“ und -Wahrnehmungen und dem anschließenden einwöchigem Koma muss wohl mit mir Ähnliches passiert sein.

WARUM?

Weil mir sehr viele gravierende, egoistische Prägungen wie Hass und Neid völlig fremd sind. Gleichzeitig auch Verhaltensweisen, Gewohnheiten, Glaubenssätze und spezielle Ängste aus meiner Erinnerung und meinem Verstand, die wie weggeblasen sind. Dafür begannen sich für mich viele Talente und Begabungen zu entwickeln. Diesen kann ich „ohne Bedenken und ohne Angst vor dem Versagen“ ausüben.

Genau – ohne Übung geht sowie nichts im Leben. Übung macht bekanntlich den Meister.

Doch als erste Regel gilt immer noch:

„Das eigene Wollen steht immer vor dem eigenen Können!“

Das Interesse am Leben und seinen vielfältigen Erscheinungsformen erfüllt mich mit stets neuer Gier – das Neue zu erleben, zu entdecken.

Zusätzlich wirkt neben der NEU-GIER auch eine ALT-GIER IN MIR, ALLES VERGANGENE ZU BEGREIFEN UND ERFASSEN ZU KÖNNEN. MEIN INTERESSE AN DER GESCHICHTE UND HISTORIK IST ZUM TEIL GRÖSSER UND AUSGEPRÄGTER als vor meinen klinischen Toden („Nah-am-Leben-Wahrnehmungen “).

Ich fühle mich zeitweise wie der Phönix aus der Asche, in seinen geistigen Höhenflügen …

Der ebenso, wie eine Sumpfassel, gemäß ihrer Wesenheit auch in den Morast, ins Dunkel abtauchen kann, ohne Angst vor Schmutz und Dunkelheit zu haben.

Der PHÖNIX und die SUMPFASSEL bezeichnen erkennbar alle bestehenden, geistigen hermetischen Lehrsätze … wie zum Beispiel das Gesetz des Geschlechtes, der Schöpfung und des Lebens:

„WIE OBEN – SO UNTEN!“

Mit einem normal funktionierenden ALLGEMEINVERSTAND wäre die rührende Geschichte von Felix und Mickey nicht möglich.
Aber das Verhalten der großen MASSE MENSCH IST DER TÄGLICHE BEWEIS … nicht nur für mich …

Von stefan_f_helmut_blog, vor ,

Wissensdurst versus Wissenshunger

Wissensdurst 

VERDURSTEN KANN DER MENSCHLICHE KÖRPER SCHNELLER ALS VERHUNGERN. 
DESHALB WIRD DER WISSENSDURST SCHNELLER GELÖSCHT WERDEN WOLLEN.

Warum? Genau – er brennt im Verstand, die Drähte glühen regelrecht. Der Kopf raucht auch symbolisch.

Der Wissensdurst macht Menschen kribbelig und nervös, weil sie das dumpfe Gefühl haben, nicht „ONLINE“ zu sein, während für die Sättigung des Wissenshungers erst viel Vorbereitung bis zur Verdauung des aufgenommenen Wissens erfolgen muss. Ein Wissensdurst gleicht einem BRAND, der relativ rasch und EHEST GELÖSCHT WERDEN MUSS …

DURST WIRD DURCH RASCHE SCHLUCKVORGÄNGE eines durstlöschenden Getränkes GESTILLT. 

Die flüssige Aufnahme erfolgt schneller und leichter als vergleichsweise eine gekaute Speise, die erst für die richtige und gesunde Verdauung durch gutes Kauen im Mund aufbereitet werden muss. Denn der menschliche Magen ist nicht dafür konzipiert große, unzerkaute Nahrungsstücke zu zerlegen. Der Magen kann nur zu Brei verarbeitete Nahrungsmittel verdauen.

Ein Fall aus dem täglichen Leben: wenn der Magen Speisen nicht verdauen kann, dann übergibt er sich, um die unverdaute Nahrung wieder abzustoßen (Erbrechen). Deshalb sind besonders Magensäfte (Magensäure) für eine gesunde Verdauung erforderlich. Diese bilden sich schon beim Riechen von Speisen … Es läuft das Wasser im Munde zusammen. Bei Tieren ist das Beriechen der Nahrung noch schön zu beobachten. Läuft dem Tier kein Wasser im Mund (Maul) zusammen, dann wird das Fressen erst gar nicht angerührt. Die Information … „das ist gut für mich“ entnimmt der Geruchssinn der angebotenen Nahrung! Die Betrachtung der Natur hilft uns dabei, uns selbst besser zu verstehen. Alles braucht seine Zeit!

Fazit: beim schnellen Stillen des Wissensdurstes wird ebenso „unbrauchbares Wissen“ in uns hineingeschüttet. Doch wie werden wir es wieder los? Wozu unseren Körper mit unsinnigen und nicht verwertbaren Informationen belasten?

Unnötiges Wissen kann durch bewusste Meditation wieder losgelassen werden. Auch durch bewusstes Hinterfragen: wozu brauche ich dieses Wissen wirklich? Dient es mir oder belastet es mich nur?

Die Betrachtung der beiden Begriffe Wissensdurst und Wissenshunger haben – für mich als gefühlsmäßigen, aber auch praxisbezogenen Menschen – eine enge Beziehung zu unserem physischen Körper und unserem allgemeinen Wohlbefinden – oder nicht?

Deshalb stimmte mich diese Frage NACHDENKLICH, DA ICH MEHR „ALS NUR DIE AUFNAHME VON WISSEN“ DAMIT VERBINDE. 

Wissenshunger 

Körperlicher HUNGER ENTSTEHT WAHRSCHEINLICH etwas LANGSAMER ALS DURST.

Vergleichbar mit dem Flüssigkeitsverlust des Körpers bei Anstrengung, muss Flüssigkeit rasch nachgetankt werden. Ansonsten läuft der menschliche Mechanismus nicht korrekt und gut.

Viele andere Funktionen sind bei Flüssigkeitsmangel unmittelbar gefährdet. Solche Funktionen könnten kurzerhand vom Körper eigenmächtig eingestellt werden. Die Folgen können dabei unangenehme bis schwerwiegende Gesundheitsschäden verursachen …

ESSEN BEDARF EINER GEWISSEN ZEIT FÜR DIE ZUBEREITUNG (einkaufen, Auswahl des Gerichtes, kochen), ZEIT zum Essen als KULT und Akt des Genusses, sowie die erforderlichen ZEIT ZUM RICHTIGEN KAUEN UND DER SPÄTEREN BESSEREN VERDAUUNG. Die richtige Verdauung ist dafür zuständig, dass gewonnene Spurenelemente, Mineralien, Vitamine und Wertstoffe in den Körper und in alle Zellen gelangen können. So wie das Essen selbst schon ein heilender Akt sein sollte, müssen die Körperfunktionen einen weiteren heilenden Vorgang daraus bewirken, damit wir gesund und leistungsfähig bleiben. 

Ich darf mich zu den bewussten Essern und Genießern zählen. Trinken ist nicht noch nicht meine Stärke, zumindest was alkoholische Getränke betrifft.

Frisches Wasser und Fruchtsäfte sowie Tee und Kaffee gehören zu meiner Getränkeliste.

Gehe in Dich und stelle dir die einfache Frage: „Wer ist es, der alle diese Vorgänge möglich macht?“

Dir ist klar, DU als ein fühlendes und wissendes ICH – als perfekter Mensch – Du bist nicht der Veranlasser bzw. Initiator dieser fantastischen Vorgänge!

Ja, wer ist denn dann der Verursacher dieser geheimnisvollen Abläufe?

Wenn wir uns nur einmal kurz bewusstwerden, welche automatischen Vorgänge allein im Bereich Essen, Trinken, Verdauen und Energiegewinnung in unserem Körper ablaufen –ohne unser bewusstes und gewolltes ZUTUN, dann dürfen wir uns bewusst die Frage stellen: „Wer und was ist ES, das uns diese Möglichkeit überhaupt eröffnet, uns den Genuss gönnt und ihn in jedem Augenblick immer wieder bewirkt?“

Also wem soll ich dafür Dank sagen?

Demnach zähle ich mich noch zu den vielen einfachen Menschen, die am liebsten Wasser trinken, wenn sie Durst verspüren.

Es gibt wenige dumme Tiere, die Alkohol gegen ihren Durst trinken würden. Menschen jedoch tun dies mit großem Stolz und Freude? Wo ist hier die hochgelobte menschliche Intelligenz anzutreffen? 

Intellektuelle Menschen kreierten wohl zur Selbstbestätigung ihres selbst festgelegten Status folgende Erklärung, für ihren oftmals überhöhten Alkoholgenuss:

„Intelligenz trinkt und Dummheit (isst) frisst.“

MIR SCHEINT, WISSENSDURST KÖNNTE GANZ NAHE DEM WUNSCHE NACH SCHNELLER KONSUMIERUNG VON FAKTISCHEN INFORMATIONEN LIEGEN.
Nach dem Motto dabei sein und mitreden ist wichtiger als sich mit tiefgehendem, fundierten Wissen abmühen zu müssen. 

Fakten stillen oftmals DEN WISSENSDRANG sehr SCHNELL, doch empirisch gewonnene Informationen haben eine längere Lebenszeit als irgendwelche wertlosen und schnell überholten FAKTEN, die dann in Aktenordnern vergraben werden.

Fazit 

„Wissen ist Macht“ hat nur bedingte Richtigkeit. Wissen hat immer einen zeit- und ortsabhängigen Wert. 

Für Bluffer, Angeber und Möchtegern-Typen mögen Fakten und Fakes durchaus als Werkzeuge für Ihre Handlungen von großem Wert sein. Diese Charaktere schmücken sich auch gerne mit Zitaten von philosophischer Wichtigkeit, ohne den tieferen Sinn zu erfragen. Lebensweisheiten werden von ihnen zu Sprüchen und geflügelten Worten degradiert – leider! 

Diese Menschengruppe kann ich gerne zu den wissensdurstigen Wirkungstypen zählen. Dem Hunger nach Wissen und Wahrheit entfliehen sie, es ist ihnen zu anstrengend und zeitraubend ihn in das wahre Leben zu investieren. 

Ihre Art Investitionen sollen schließlich kurzfristig Rendite und Profite einbringen. So bleibt das lebensberuhigende „wahre Wissen“ von diesen Menschen weitestgehend unberührt, sie tasten es nicht einmal an. Nur „anschauen“, ja, aber NICHT richtig davon berühren lassen – das NEIN. 

Wahres Wissen zu erkennen kann auch schmerzlich sein. Warum?

Stellen wir die Identifikation mit leidenden Menschen und schrecklichen Situationen nichtwissend ein, sind wir zwar mitleidende Zeitgenossen, von denen aber niemand einen Vorteil haben wird.

„Wer gerne in Frieden lebt, ist klug beraten, wenn er nicht nach anderen späht.“

Im schnellen Vergleich sind sich Wissenshunger und Wissensdurst sehr ähnlich, wenn man beide in eine große Schale schüttet – gleich einer Gemüsesuppe mit Einlage – und diese dann Schale erhitzt. Was verdunstet dann schneller und verflüchtigt sich in der Luft? Der oberflächliche oder der untere, festere Bestandteil der Suppe? 

Deshalb verabreicht man im täglichen Leben geschwächten Personen eine gute, warme Gemüsesuppe. In ihr sind beide Bestandteile von Wissensdurst und Wissenshunger für den menschlichen Organismus enthalten.

Diese Beispiele sind so einfach und trotzdem nicht jederzeit in unserem Tagesbewusstsein zugänglich. Wir denken kompliziert und meistens nicht an das, was uns am Leben erhält … Ein Glück, dass wir nicht immerzu daran denken müssen, ein- und auszuatmen.

WÄHREND WISSENSHUNGER DEM SCHON HÖHEREN ZIEL DER TIEFEREN ERKENNTNISFINDUNG ZUSTREBT, muss der Wissensdurst permanent und immer öfter gestillt werden. Sein beruhigtes Wesen ist nicht von beständiger Dauer … 

Vergleichbar ist hier auch Spaß mit Freude

Spaß ist eine kurze und amüsant stimmende Situation. Er ist für das Wohlbefinden des Menschen auch unerlässlich. Deshalb haben Menschen beim Trinken mehr Spaß und bei einem guten Essen in Ruhe und Gelassenheit mehr Freude.

Die Parallelen sind unübersehbar für Menschen, die hin- und hineinschauen und nicht nur ihren Blick darüber hinweg schweifen lassen.

Für diese Menschen habe ich meine etwas eigenartige Betrachtung auch niedergeschrieben.

Deshalb zähle ich diese Menschen zu meinen engsten Freunden – weil sie sehr wohl vergängliches Wissen von bleibendem und gültigem WISSEN unterscheiden können. 

Was kann Freude sein??

Sie hat eine anhaltende und beruhigende Eigenschaft, sie kann in die tieferen Bereiche des Menschen und seiner Psyche, seiner Seele einen festen Platz finden und ihn dort für lange Zeit einnehmen.

Spaß macht auch Freude … und Freude macht Spaß!

Liebe LESER … Ihr sollt auch Anteil nehmen können an meinen manchmal schwer verdaulichen Gedankengängen. 

Meine Lebensphilosophie

Dazu noch meine einfache Lebensphilosophie, geerbt und gelernt von meiner seligen Mama:

„Lebe gut, lache gut, mache deine Sache gut!“

Was verstehe ich unter LEBE GUT?

Damit ist ein Leben im Lebensfluss gemeint, angepasst an die Natur und ihre Gesetze – mehr mit Gefühl als mit dem Verstand dem täglichen Leben freundlich zu begegnen.

Lache GUT … Die Gesichtsmimik des Menschen wird von 43 Muskeln dominiert.

Zum Lächeln betätigt der Mensch dafür in der Gesichtsregion mehr als 17 Muskeln. Dafür ergeben sich ungeahnt erfreuliche Nebenwirkungen. Z. B. die Ausschüttung lebensbejahender Hormone, die Entspannung innerer Organe. Euphorisierende Wirkung durch ausgeschüttete Endorphine verbessern die Gesundheit. Die beim Lachen entstehenden Tonschwingungen steigern sich beim Mann bis zu 280 Schwingungen pro Sekunde. Bei Frauen wird eine Frequenz bis zu 500 Schwingungen / Sekunde festgestellt.

Deshalb ist Lachen so wunderbar ansteckend. Es kann vorkommen, dass Menschen bei herzhaftem und länger anhaltendem Lachen sogar in die Hose pinkeln. So weit wirkt sich die Entspannung aus. Deshalb ist verständlich, was Charlie Chaplin meinte, als er feststellte: „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag!“

Mache „deine Sache gut“.

Damit soll zum Ausdruck kommen: mache das, was dein Leben verbessert. Viele denken zu sehr an die Bereicherung in ihrem Dasein. Das reicht nicht für ein gutes und erfülltes Leben.

Der Mensch besteht aus KÖRPER, GEIST UND SEELE. Doch wird in der schnelllebigen Zeit der Geist – wie auch der Körper –  überbeansprucht und die Seele wird vernachlässigt.
So lange, bis die dadurch entstandenen Mangelerscheinungen den Körper krank machen.

Hast du deine Lebensaufgabe gefunden, dann machst du diese Aufgabe sehr gerne und deshalb auch sehr gut.

Der so wichtige Faktor Zeit zum Geldverdienen verliert dabei seine Macht über dich – durch deine stets pulsierende, immer erfüllende Wohlfühlzeit.

Alles, was du gerne tust, kannst du lange und immer wieder tun. Daraus entsteht der dir zustehende Erfolg – jedoch ohne Anstrengung deinerseits. Das ist auch das Erfolgsgeheimnis aller Menschen, die sich nicht allein dem materiellen Mehrwert und dem Geldverdienen verschrieben haben, sondern auch ihrer Seele und ihrem Gemüt ihre Daseinsberechtigung zukommen lassen. Das sind die glücklichen Menschen. Sie können mühelos und freudig ihre SACHE GUT machen.

Abschließend muss ich bemerken: umgebe dich bewusst mit herzenswarmen Menschen oder gehe zu jenen Menschen, die dich in deiner Lebensaufgabe unterstützen. Verzichte – soweit möglich – auf ausschließlich zweckbezogene Freund- und Partnerschaften.
Auf Dauer tun sie dir nicht gut, du schwächst dich selbst. Das soll und kann nicht deine Sache sein!

Von stefan_f_helmut_blog, vor ,

Ein Buch erleben

Die Magie der Sprache fesselte mich besonders ab meinen NLE (Nah-am-Leben-Erfahrungen).

Beispielsweise durch Bücher, die menschliche Erfahrungen vermitteln:
Lebenslehrer, spirituelle Lehrer, die historischen Schriften aller Weltreligionen.
Auch die alten griechischen Philosophen, besonders die zeitgenössischen deutschen und international anerkannte Philosophen und Schriftsteller bereicherten und inspirierten meinen freien Geist in unaussprechlicher Weise.

Bücher sind für mich ein Geschenk. Jedes Buch ist wie ein noch unbekannter Freund für mich. Während des Lesens entsteht ein tiefe Beziehung und ein Verständnis für den Autor und seine Zeit, in der er lebte und wirkte.

Die Begegnung mit (seinerzeit) noch lebenden Buchautoren wie Dr. Joseph Murphy („Die Macht Ihres Unterbewusstseins“), mit Hariharananda (Lehre des Kriya Yoga), mit Roy Eugene Davis („Die Macht der Seele“) lehrte mich einiges.

Das geschriebene Wort muss nicht mit dem gelebten Wort übereinstimmen

UND WARUM NICHT?

Lesen wir ein Buch oder erleben wir es in unserer Vorstellungskraft?

Einen Film können wir sehen und die bewegten Bilder mit unseren Gefühlen unmittelbar erleben.

Wenn wir ein Buch lesen, interpretieren wir das Gelesene mit unserer momentanen spirituellen Wahrnehmungsfähigkeit – also absolut subjektiv. Deshalb kann oder muss unsere gelesene Wahrnehmung nicht unbedingt mit dem leibhaftigen Buchautor zu 100 % übereinstimmen.

In Wahrheit erleben wir ein Buch in Bildern und unseren persönlichen Gefühlen. Daraus erklärt sich auch die oftmals gemachte Erfahrung, dass wir ein Buch nach einiger Zeit mit einem anderen Bewusstsein lesen und es anders erleben als vorher.
Ein erfreulicher – ganz persönlicher – Bewusstseinssprung lässt uns plötzlich mehr und besser begreifen.

Von stefan_f_helmut_blog, vor ,

Wissen annehmen

Bücher, die gesellschaftlich wichtiges Wissen vermitteln (das waren Schul- und Lehrbücher, seitdem ich lesen kann – vom 6. Lebensjahr bis heute), – zum Beispiel das Buch „Die Welt von  A-Z“ öffneten mir die Augen für die große weite Welt.

WORTE sind mehr als eine Aneinanderreihung von Buchstaben.

Jeder Buchstabe hat Wert, Gewicht und Bedeutung. Denn es wurde überliefert: „Im Anfang war das Wort – und das Wort war bei Gott!“

Von stefan_f_helmut_blog, vor ,

Bücher meiner Jugendzeit

Jugendbücher (7.–14. Lebensjahr):
Abenteuer, Sagen und Geschichten

Sie förderten meinen Unternehmungs- und Tatendrang. Diese wichtige Selbsterprobungsphase war spannend und abenteuerlich.
Außerdem las ich Zeichen- und Malbücher, Gedichtbände, Johann Wolfgang von Goethe, „Das Tibetanische Totenbuch“.

Von stefan_f_helmut_blog, vor ,

Bücher meiner Kindheit

Kinderbücher (2.–7. Lebensjahr):
Bilderbücher, Märchen, Geschichten …
Hier wurden meine bildhafte Vorstellung und Fantasie angeregt und ausgebildet.
Die Schule der Fantasiebildung, das Vertiefen in ein Bild führten zu meditativen Zuständen und innerlicher Gelassenheit …
Die Zeit stand still.

Die Anwendung und der Wert der richtig verwendeten Worte für eine Situation forderten schon früh in meiner Kindheit mein volles Interesse wie auch meine ganze Achtsamkeit.
Daraus ergab sich die Freude für mich, Erlebtes, Erkanntes, Gefühltes in Form von Gedichten niederzuschreiben. Obwohl es sich stets um mein eigenes Leben handelte, wurden meine Niederschriften nicht als solche erkannt.

Von stefan_f_helmut_blog, vor ,